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August Blanke Lanken Ein Langdorf im Norden des Kreises an 3 Reststücken eines ehemaligen Sees. Der Hochmstr. Winr. v. Kniprode verlieh es am 16. 11. 1354 als Gut mit 16 Hfn. dem Claws Prusen und dessen Brudersöhnen "Petir, Cuniken, Mylos, Walther Meynken und Hankin und ir aller erben" nebst freier Fischerei in dem See Lankyn mit kleinem Gezeug zu ihrem Tisch. Als Gegenleistung war ein Platendienst und von jeder Hfe. 1 Schffl. Hafer vorgeschrieben. Diese Gründung ist gleich vielen anderen Ortschaften während des Polenkrieges vollständig vernichtet worden. Nicht eine Spur blieb zurück, kein Hof, kein Flurname. Selbst Sagenhaftes ist nicht zu ermitteln. Die Neugründung erfolgte am 2. 11. 1598 durch den Schlochauer Hauptmann (Starosten) Stanisl. Latalski. Er verkaufte Mart. Konezke (richtig Koneffke) und Andr. Komischke "in dem zum Kgl. Haus Schlochau gehörigen Lanken" 6 Hfn., jedem 3, für die bare Summe von 200 Tlrn. Die Käufer sollten Schulzen sein mit allen Freiheiten der andern Schulzen. Daher erhielten sie auch den 3. Teil vom Gericht und von den Krügen sowie die freie Fischerei im See Lanken. Dagegen waren sie verpflichtet, in dem gedachten Dorf 32 Hfn. mit guten, inländischen Leuten zu besetzen, die nach achtjähriger Abgabenfreiheit von jeder Hfe. 4 Gldn. preuß. an das Kgl. Haus zu entrichten, daneben in der Ernte 3 Tage zu scharwerken hatten, von allen anderen Diensten jedoch gänzlich befreit blieben. Zur Erhaltung des Pfarrers wurden dem Dorf noch 2 Hfn. zugegeben. Der Schwedenkrieg zerrüttete die bestehenden Verhältnisse und ruinierte die Besitzer, daß einige, um überhaupt leben zu können, Untertanen des Grundherren von Grabau wurden. Seitdem gab es Frei- und Scharwerksbauern im Dorf. 1732 verlieh die Starostin Anna Radziwill dem Schulzen Adam Kanthak 15 Mgn. Land "am Pletzensee", 1800 unterzeichnete nur Ludw. Prill als Dorfschulze. Gegenwärtig sind die Stolpmanns Besitzer der früheren Schulzengüter. Ein Dorfkrug wird schon 1620 erwähnt, und zwar führt ein Schreiben des damaligen Starosten Joh. Weiher aus, daß nachdem der Krüger Franz Kurack ohne Erben verstarb, das Wirtshaus mit allen Rechten und 18 Mgn. Krugland für 140 Gldn. an Mart. Hinz, Sohn des Flötensteinschen Müllers, verkauft wurde. 1727 überließ der Administrator Ryk dem Krüger Erdm. Kanthak "ein Bruch am Penkuhlschen Fließ" zur Rodung. 1730 bestätigte die obengen. Starostin den Adam Kanthak im Besitz des von seinen Eltern ererbten Kruges. 1733 erhielt Paul Hinz einen Krug mit sehr alten Gebäuden, dessen Vorbesitzer, Jak. Hacker, entwichen war. Doch vom Schank sollte Hinz "exmitiert" sein. 1828 verzichteten die Krüger Lorenz und Mart. Kanthak auf das Recht der eigenen Getränkefabrikation gegen Erlaß von je 5 Tlrn. Jahresgebühr. Das Krugland wurde Lorenz Kanthak als Eigentum zugeschrieben, der andere Wirt hatte kein Anrecht darauf. Heute führt der eine Krug den Namen Nedderkrug (Niederkrug), der andere die Bezeichnung Real-Schankwirtschaft. Etwa 1 km südlich des Lankensees lag der Bärs-(Barsch)see. Diesen ließ der Fiskus 1787 senken. Der Abzugskanal führte Wasser genug zum Betrieb einer Mühle. Auf Anregung des Müllergesellen Adam Hinz beschloß das Dorf, das wegen seines Mühlenguts oft in Verlegenheit kam, weil die benachbarten Mühlen nur selten genügend Wasser hatten, dort eine Mühle zu erbauen. Es erhielt 1800 "namens Sr. Kgl. Majestät" den Konsens dazu. So entstand die Lankenmühle, unterschlächtig mit einem Gange, ganz auf Kosten des Dorfes. Dieses mußte jährlich 3 Tlr. Zins, 1 Tlr. Schutzgeld für den Müller und die gewöhnlichen Metzgelder zahlen. Der Müller durfte kein anderes Mahlgut vermahlen als das der Dorfinsassen. Bei Übertretung dieser Bestimmung konnte auf eine Strafe von 10-50 Tlrn. oder auf Entziehung der Konzession erkannt werden. Die Gemeinde sicherte der Mühle freie Weide für 10 Stck. Vieh zu, was sie bei der Separation durch 30 Mgn. Land ablöste. Doch muß der Mühlenbesitzer das frühere Weidegeld von 4 Tlrn. noch heute an die Kommunalkasse zahlen. Der jetzige Müller heißt Klemmer. Den am Bärssee trocken gelegten Boden von 17 Mgn. nahm Lanken in Besitz. 1822 erhob der Flötensteiner Müller Ansprüche darauf, soweit es an seine Besitzung grenzte. Durch Urteil von 1830 wurde er abgewiesen. Nun machte der Fiskus seine Rechte geltend. Denn wie die Ablassung auf seine Kosten erfolgte, so war auch der See und folglich auch das entwässerte Land sein Eigentum. Um Weitläufigkeiten zu vermeiden, schloß das Dorf 1835 mit der Regierung einen Vergleich, wonach es sich verpflichtete, 2 Mgn. des gewonnenen Terrains an die Schule abzutreten, für den Rest ein Kaufgeld von 11 Tlrn. und einen Jahreszins von 3 Tlrn. zu erlegen. 1838 brachte die Gemeinde den Lanken- und den Bärssee durch Kauf in ihren Besitz für 26 und 13 Tlr. und einer Jahresabgabe von 3 Tlrn. Von den 26 dabei unterschriebenen Einsassen führten 13 den Namen Kanthak, darunter der Schulze und die beiden Krüger. Bald hernach ist durch Vertiefung der Rinne nach dem Bärssee auch der Lankensee gesenkt worden, so daß nur 3 Reste desselben am Dorf verblieben. Bei der Separation wurden 32 Hfn. an 33 Interessenten verteilt. Es entstanden Abbauten, darunter der Donnersberg nahe der pommerschen Grenze. Donnersberge werden die von Regengüssen zerrissenen dortigen Höhen genannt (vielleicht mit Donar in Beziehung zu setzen). Wie aus dem Rezeß ersichtlich, besaß das Dorf einen Wald von 241 Mgn., Heidchen genannt, der von der Teilung ausgeschlossen blieb (Bauerngenossenschaftswald). Die ehemalige kath. Kirche bestand noch 1617. Das Pfarrland ist noch vorhanden. Jetzt sind beide Konfessionen nach Flötenstein eingepfarrt. Die Schule, anfangs zu Flötenstein gehörig, wurde um 1800 selbständig. Die beiden ersten Lehrer hießen Dorau. Sie unterrichteten nur im Winter gegen freie Beköstigung und Kleidung. Erstere wurde von den Bauern täglich abwechselnd gewährt, letztere aus selbstgewebtem Wollstoff zu Beginn des Jahres geliefert. 1824 erhielt der Schneider Prill die Stelle. Er unterrichtete während der Arbeit. Als Schulhaus diente "ein alter Katen im Kessel" (der tiefsten Stelle im Dorf). Die Lehrerwohnung war gleichzeitig Lehrzimmer, einen Raum daneben bewohnte der Dorfschmied. Erst als die Kate abbrannte, baute man ein Schulhaus. 1889 mußte die zweite Lehrerstelle eingerichtet und 1904 ein größeres Schulhaus mit 2 Kl. und 2 Lehrerwohnungen errichtet werden. Als Lehrer nach dem Schneiderschulmeister Prill verzeichnet die Schulchr.: Tandetzki, Bleske, Kluck, Nauck, Riemer, Wienke und seit 1900 Zander. Das Dorf zählt 420 Einw. und besitzt an Flurfläche 1813,28 ha.
Lanken, 1999 ^do góry ^ |
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