| Biblioteka Koczalska - Floetensteiner Bibliothek |
August Blanke Flötenstein Bahnstrecke Schlochau-Rummelsburg, am Hammerfließ. Über die Wandlung des Namens: Vliesensteyn, Fließenstein, Fletten-, Fleten- und Flötenstein s. Krkldr. 1928. Die poln. Bezeichnung Koczala steht in keiner Beziehung zum deutschen Namen. Nun wird das Hammerfließ poln. Kociolnica (die Kesselbildende) genannt. Mithin scheint Koczala eine Umbildung von Kociol (Kessel) zu sein. (Nach Penske kann der Name von Gottschalk entstanden sein). - Ein im Dorf befindlicher Hügel mit deutlicher Grabenumwehrung führt den Namen Babylon. Darauf soll zu Heidenzeit den Götzen geopfert worden sein. Offenbar haben die Christen diese Stätte mit dem biblischen Babel verglichen und danach benannt. Zu Beginn des 14. Jahrhunderts gehörte das Gebiet der Familie Stange. Der Ritter Alexander Stange verlieh davon mit Gutheißung des Komt. Heinr. v. Thaba am 30. 11. 1356 dem Schultheißen Hermann 60 Hfn. Er sollte die 10 Hfn., den 3. Teil der Gerichtsstrafen und die Hälfte des Krugzinses für sich haben und in den Gewässern "binnen den grenitzen" frei fischen. Auch sicherte ihm die Urkunde freies Mahlwerk zu, falls eine Mühle am Ort entstehen sollte. Dafür hatte er dem Orden im Krieg mit einem Pferd zu dienen, das 6 Mark wert war. Dem Pfarrer wurden 4 freie Hfn. über die 60 bewilligt. Die Bauern hatten nach 9 Freijahren von jeder Hfe. jährlich 14 Skot und 2 Hühner ans Schloß und 2 Skot an den Bischof zu steuern. 1378 genehmigte Peter Stange dem Geroslawus den Bau einer Mühle. Davon sollten jährlich 10 Mrk. und 15 Hühner entrichtet werden, die eine Hälfte Pfingsten, die andere Martini. - 1397 weilte der Komt. Wilh. Folkolt im Dorf, jedenfalls, um zu jagen. Denn der Wald ringsum war reich an jagbarem Wild, was die Flurnamen Bäreneiche, Bohräkuhl, Bohräbarg, Wolfsbruch u. a. beweisen. (1928 fand man unweit des Dorfes beim Ausbaggern des Hammerfließes ein Auerochsengehörn.) Auch bestand dort ein Ordensvorwerk, das vorwiegend Schafzucht betrieb. Die weiten Heideflächen waren dazu wie geschaffen. Die Zahl der Tiere betrug zeitweise 1000 und mehr. Dem Komt. stand ein Raum zur Erledigung der schriftlichen Arbeiten zur Verfügung; "Vliesensteyn" war ein sogen. Sattelhof.
Auerochsengehörn, das im Jahre 1928 gefunden worden ist. Zur Polenzeit soll auf dem Babylon in einem burgähnlichen Hause eine Starostin gewohnt haben, die eine große Hundezüchterei betrieb. Doch 1688 stand kein Schloß mehr da; denn die Worte des Gouverneurs Benedicty: "Da ich mitten im Dorf auf dem Berge eine bequeme Stelle zur Aufbauung eines Katens und zum Garten bemerkte, habe ich gedachten Grund dem ehrbaren Michalke überwiesen", beziehen sich sicher auf den Babylonhügel. 1689 übergab derselbe Schloßverwalter einen 2. Bauplatz auf diesem Hügel an Proch, dann gleich darauf "an der Straße nach der Mühle hinab zur rechten Seite dem Adam Bymmer eine Stelle zur Kate und Scheuer". Es dürfte sich um das Häuschen handeln, das heute als das älteste angesprochen wird und die Inschrift trägt: "Ich Michel Semrau Baue diß Hauß, Gott segne alles, was da gehet ein und auß, Für feuer und aller noth bewahre es der liebe Gott. Anno 1750 den 13. Juny" 1673 stellte das Dorf der Schloßobrigkeit vor, daß es von einigen Waldparzellen (vom Sampohler Bütnerland umgeben) nach Bütnerrecht zahlen müßte, obwohl kein Baum zum Beutenmachen vorhanden wäre. Sie bäten daher, den Acker umgraben und besäen zu dürfen. Der Unterstarost Stanisl. Slupecki schrieb: "Nachdem ich mich überzeugt habe, daß der Wald verwüstet worden, erlaube ich, damit sie den Zins weiter zahlen, ihn in Acker zu verwandeln, unter der Bedingung, daß sie neben der gewöhnlichen Abgabe, vom Jahre 1675 angefangen, jährlich noch 3 Gldn. besonders zum Schloßschatz abtragen". 1696 vereinbarte ein ungenannter Beamter im Namen des Starosten mit dem Dorf einen Vertrag, wonach er "damit Koczala zu seinen Ansprüchen käme", es von aller Schloßarbeit befreite, wofür sie jährlich 15 Fl. ans Schloß zahlen sollten mit Ausnahme der Krüger, die schon persönlich je 30 Gldn., dazu Grundzins, Getreide, Gänse, Garn und Eier zu geben hatten. Des weiteren sollten die Leute in den Wiesen 3 Tage mähen und harken, das Heu auf das Vorwerk Hammer fahren. 3 Mgn. zum Roggen, 3 zum Hafer völlig bearbeiten, jedem Hof 10 Schffl. Korn ausdreschen und mit 2 Wagen nach Danzig fahren, 41/2 (Maß fehlt) Holz zur Brauerei nach Hammer befördern und zur Schneidemühle 30 Stück hinfahren. Auch waren sie pflichtig, beim Fischen in den Seen rings um Koczala abwechselnd zu helfen und von den wüsten Höfen, soviel ihrer sein sollten, je 20 Fl. zu zahlen, desgl. die öffentlichen Abgaben; dabei einer für alle und alle für einen einstehen. In demselben Jahr verschrieb der Unterstarost Christ. Zoneberk zwei Bauplätze im Dorf, "wo seit dem schwedischen Krieg keine Gebäude gewesen," woraus hervorgeht, daß auch dort Kriegsgreuel geherrscht hatten. 1717 gab der Kommissar de la Tour 2 im Dorf belegene wüste Plätze zur Bebauung frei, an Schultz und Zobeln, 1723 der Administrator Ryk weitere Baustellen an Schmidt, Zander und Hacker. 1721 verlieh die Fürstin Anna Rdziwill dem Müller Kanthak ein neues Mühlenprivileg, weil das alte verbrannt war. Dabei bestätigte sie ihn im Besitz des 1599 "in der Sampolbrokschen Beutnerheide" erkauften Waldes. Die Grenzen des Mühlenguts gingen von der Mühle durch den Morast "bis an den Fluß Stern, von da zu dem Barssee und weiter zu den beiden kleinen Seen, genannt Bremsee." Unter den 244 Mgn. Heide befanden sich 91 Mgn. Beutnernutzung, wovon der Müller aber "1 Schffl. Honig" zu geben schuldig war. Von der Mühle hatte er 80 Fl. zu zahlen, besaß die Freiheit im Mühlenteich zu fischen, für sein Haus Bier zu brauen und Branntwein zu brennen, außerdem Schafe zu halten, soviel er wollte. Flötenstein mußte bei ihm mahlen lassen. - Die Mühle ist verschwunden, wann, ist nicht bekannt. Beim Bahnbau (1903) legte man Reste des Stauwerks frei. Das Mühlengut erhielt sich bis 1888; letzter Besizter v. Arnim. 1724 schrieb die gen. Starostin: "Nachdem ich völlig informiert worden, daß das Dorf Flötenstein wegen der schlechten und bedrückten Gründe eingehen müßte, so habe ich mich entschlossen, ihnen zur Konservation der armen Leute das Pustkowie (s. Erkl.) Barenbruch zu überlassen. Es beginnt, wenn man vom Dorf den Danziger Landweg fährt, an der Flötensteiner Grenze und zieht sich bis an den Braaschen Schneidemühlenweg. Die darauf befindlichen Gebäude verbleiben dem Schlosse zur weiteren Disposition. Weil aber das sogen. Kükenbruch zwischen dem Potthaken und dem kleinen Weg nach Bölzig damit adjungieret, so konferiere ich zugleich auch dieses dem Dorf, das aber jahrjährlich 60 Fl. zu meinem Schatz zahlen muß". So sind Flemmingsort, Käscherbruch, Grenzort u. a. dort liegende Abbauten ans Dorf gefallen, bezw. später dort entstanden. 1730 gab die oben erwähnte Starostin dem Christoph Kanthak ein neues Krugprivileg, da er nach dem Tode seines Vaters den Krug "ohne Sicherheit der Possession gehalten". 1827 entsagte der Krüger Spors dem Recht der eigenen Getränkefabrikation gegen Erlaß der jährlich zu zahlenden 20 Tlr. Bei der Besitznahme durch Preußen zählte das Dorf 500 Einw., darunter: 19 Scharwerksbauern. 1788 vererbpachtete die Kammer dem Freibauer Prill das Unterförsteretablissement mit dem darauf befindlichen Gebäuden und dem dazu gehörigen Acker. 1836 verkaufte die Regierung an Geiß (Rummelsburg) den Diemensee für 57 und den Schliepsee für 16 Tlr. Ersterer (nach dem plattdeutschen Diumen (Daumen) so benannt) wurde bald darauf abgelassen und landwirtschaftlich ausgenutzt. Aber die durch einen Hügel führende Abflußrinne stürzte ein, und da man sie nicht erneuerte, füllte sich der Becken, in dem die Quellen des Hammerfließes liegen, wieder mit Wasser an. Vollständig in Wiesen verwandelt ist der Putzkausee bei Flemmingsort. - Die Flötensteiner Gegend führt im Volksmund die Bezeichnung "Krähenwinkel", weil dort die Krähen in großer Zahl ihre Nistplätze haben und zu jeder Jahreszeit anzutreffen sind. Von den beiden Kirchen ist die kath. 1902 erbaut, angeblich als dritte auf demselben Platz, nachdem die erste 1695, die zweite 1891 durch Blitzschlag vernichtet wurden. (Altarbild s. Nr. 19, Altbraa). Als Geistliche stehen verzeichnet: Roclinski 1720, Pathun 1737, Linke 1765, Warmecki 1785, Koenig 1804, Pick 1814, (Spletstoeser), Hoppe 1829, Gronau 1862, dem 1911 Spors gefolgt ist. - Die ev. Kirche ist 1909 auf dem "Babylon" erbaut. Dem Pfarrer Krüger ist Düwel gefolgt. Die Schule nahm 1776 ihren Anfang, der Schullehrer war gleichzeitig Organist und unterrichtete im Organistenhause. 1832 (z. Z. des Lehrers Rusch, angestellt 1818) wurde die 2. Stelle eingerichtet, 1850 ein Schulhaus gebaut, das noch steht. Als 1873 ein 3. Lehrer angestellt werden sollte, errichtete man die Schule auf dem Abbau-Flötenstein. Sie erhielt 1883 einen 2. Lehrer und 1914 ein geräumiges Schulhaus mit 2 Kl. und 2 Lehrerwohnungen. Schulleiter: Spors. Inzwischen mußte im Dorf 1894 eine 3. Lehrkraft angenommen werden. Hauptlehrer Bierwagen. - 1888 gründeten die Evengalischen ihre eigene Schule am Ort, indem sie das v. Arnimsche Gutshaus erwarben und für den Zweck einrichteten. Dem Lehrer Thieme ist Sontowski gefolgt. 1923 erhielt auch der Abbau Flemmingsort eine Schule. Lehrer: Wagner. Die Gemeinde zählt 1910 Einw. und hat 4334,49 ha Fläche. ^do góry ^ |
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