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August Blanke

Darsen

Etwa 43 km von Schlochau entfernt, dicht an der pommerschen Grenze. Der alte Name Zwyrsno läßt auf wendischen Ursprung schließen.

Verliehen wurde es am 6. 11. 1374 mit 26 Hfn. zu erblichem Eigentum Jak. Dachsdamerow (s. Nr. 11) und den Kindern seines Bruders, doch so, daß der Genannte "und syne erben und nachkomelinge zcu-vor-us sullen haben zcwu huben in dem vorbenumaten gute". Auch behielt sich der Orden die dortigen Bienenbauten vor unter gleichzeitigem Verbot der Anlegung neuer. An Pflichtleistungen waren vorgesehen: 1 Platendienst, 30 Schffl. Hafer "und zcu bekentniß der herschaft 1 pfund wachsis und 1 Colnischer pfenig adir vunff prusche pfenige alle iar off sendte Mertinstag".

1653 war Grzembinski dortiger Gutsherr. Er erbaute am Stüdnitzsee, der schon an Pommern grenzt, die Darsener Mühle. Da diese oft kein Wasser hatte, betrug die Pacht nur 10 Schffl. Roggen, 5 Gerste und 5 Hafer, was ungefähr 9 Tlr. ausmachte. 1753 übernahm es der poln. Obristleutnant Wieckowski (spr. Wjenzkowski). Dieser gab 1773 zu Protokoll: "Das Gut hat einen Umfang von 13 Hfn., besitzt keinen Wald, nicht eine Hand voll Heu, viel Sandland, in 4 Felder geteilt". Das Kontr. Katast. weist an Einw. nach: 6 Halbbauern, 4 Kossäten, 1 Schulmeister, 1 Hirten mit 30 eigenen Schafen, 1 Müller und 8 Losweiber. Die Bauern hatten wöchentlich 1 Tag mit 2 Ochsen und 1 mit der Hand zu scharwerken, die Kätner 11/2 Tag, alles das ganze Jahr hindurch. Die Ochsen gehörten dem Gut. "Die Fischerei in dem kleinen Seechen", so schrieb der Beamte, "lohnt nicht der Mühe". (Der Darsener See ist 26 ha groß.)

Gegen 1800 wurde Jak. v. Kleist Besitzer des Guts. Zu seiner Zeit fand die Regulierung der bäuerlichen Verhältnisse statt. Sie schuf ein kleines Dörfchen von 8 Wirten nebst Mühle. Die Hälfte der Ländereien zog der Gutsherr ein; ihm fiel auch der See zu. 1826 verkaufte er den Besitz an Friedr. Geiß, von dem ihn Flr. Stutterheim erwarb und bald darauf an v. Arnim veräußerte. Diesem wurde es 1890 subhastiert. Aber der Käufer Haesen konnte es auch nicht halten. Im neuen Zwangsverfahren erstand es v. Puttkammer, der es jedoch der Frau Haesen abließ. Diese veräußerte es 1898 an den Forstfiskus. So entstand das Forstgut Darsen; ins Gutshaus zogen Förster ein. 1928 ist es mit dem Dorf zu einer Gemeinde vereinigt worden.

Die Kirche (bis 1617 kath.) stand lange im Verbande mit Grabau, wo die protestantische Gutsherrin einen ev. Pfarrer einsetzte. Nun wurden, so erzählt ein alter Herr aus Reinfeld, zwei Ochsen gestohlen und der verfolgte Dieb in der Grabauer Kirche erschossen. Sein Blut bespritzte die Balken; seitdem wurde darin des Frevels wegen nicht gepredigt. Dazu starb die Patronatsherrin. Das Kirchenband zwischen Grabau und Darsen zerriß. Lange Zeit hielt man die Andachten in einem Zimmer des Verwalterhauses ab, bis es dem Pfarrer Runge (Schwessin) gelang, 1767 eine neue Kirche aus Holz unter Strohdach zu errichten. Sie wurde allmählich baufällig. 1868 erfolgte der Neubau in der Weise, daß man mit Zuhilfenahme des noch brauchbaren Materials ein neues Gebäude aus Fachwerk mit einem Turm auf dem Dach aufführte, nunmehr Filiale von Flötenstein.

Die Schule litt lange große Not. Die Lehrer waren gleichzeitig Handwerker, Patratz und Rusch Dorfschmiede. Die Reihe der berufsmäßig vorgebildeten Schullehrer begann mit Zeddelmann (Lehrersohn aus Bölzig). Aber er lebte mit der Gemeinde in Unfrieden; man mochte ihm zuletzt keine Kinder anvertrauen. Schulze Meyer vertrat ihn unentgeltlich ein ganzes Jahr hindurch. Das Schulhaus war anfänglich eine elende Kate mit Stall und Lehrerwohnung unter einem Dach und einem Kartoffelkeller unter dem Schulzimmer. Das jetzige Schulgebäude ist 1902 erbaut worden.

Alte Schule in Darsen, 1997

Die Einwohnerzahl ist in der Nachkriegszeit von 200 auf etwa die Hälfte gesunken. Das Dorf besitzt 197,78 ha, das Forstgut 3243,15 ha.

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