| Biblioteka Koczalska - Floetensteiner Bibliothek |
August Blanke Bölzig Bahnstrecke Schlochau-Rummelsburg, weist Altertumsfunde auf. Der frühere Name Bielsk, Boelsk und Belzig ist wahrscheinlich wendischen Ursprungs. Zur poln. Zeit war es ein Vorwerk. Die Lustr. von 1748 schildert es also: "Dieses Vorwerk, das sich Vorwerk nennt, hat nur 1 Teerofen und 6 Teersieder. Alle wohnen in schlechten, mit Dielen gedeckten Katen, keiner hat mehr als eine Stube und Kammer. Die Ställe befinden sich unter demselben Dach; an Pacht zahlen sie 220 Fl. Mart. Lietz hat seine 30 Mgn. in der deutschen Zeidlerei (Bienenstand), Jak. Lieder und Georg Sieg je 8 Mgn. in der Zeidlerei von Sampohl." 1772 waren noch 22 Beuten am Leben. In demselben Jahr gaben die Leute zu Protokoll: "Unsere Freibauernhöfe sind zur poln. Zeit durch Zerteilung eines Vorwerks und durch Heidelandzugaben des Fürsten Radziwill entstanden, aber die Verschreibungen darüber sind verloren gegangen. 1792 vererbpachtete die Regierung das ehemalige Vorwerk (73 Hfn. 16 Mgn.) an 11 Besitzer unter folgenden Bedingungen: "Die Erbpächter zahlen von den Ländereien jährlich 73 Tlr. 15 Gr. Erbzins, von ihrem übrigen Lande 22 Tlr. nebst dem Beitrag zum Remissionsfond (Gnadenstock). Sie sind verpflichtet, die Furage für die Kavallerie gegen jedesmalige etatsmäßige Vergütung zu leisten oder statt dessen die Geldzuschüsse nach den Etatspreisen zu zahlen, zu Festungsbauten erforderlichenfalls mit Geld, Arbeiten und Vorspann aller Art in Friedens- und Kreigszeiten beizusteuern, die Beiträge zur Salarierung der Tabaksoffizianten zu entrichten, Leute zu Wolfsjagden zu gestellen, die üblichen Kirchen- und Schulabgaben zu tragen, die Mühlenmetzgelder und den Gartenbienenzins zu erlegen und Wege und Brücken innerhalb ihrer Grenzen aus eigenen Mitteln zu unterhalten. Es wird ihnen verstattet, sich einen geringen Haustrunk zu kochen, wogegen sie das zu Ausrichtungen benötigte Getränk von da nehmen müssen, wohin sie gewiesen werden. Freies Bauholz wird ihnen nicht mehr gewährt, desgl. keine Ermäßigung an Zins in Unglücksfällen, Krieg und Pest ausgenommen, alswann ihnen aus Kgl. Huld und Gnade eine billige Vergütung zuteil werden soll." - 1812 vererbpachtete der Fiskus an die Gemeinde noch 360 Mgn. Forstland, daß die Besitzer unter sich in 13 gleiche Stücke teilten. Das größte Grundstück (5 Hfn.) besaß Mich. Lietz. Seine Witwe übergab es 1793 den beiden Söhnen Mich. und Peter. Ersterer mußte sich auf seiner Hälfte einen neuen Hof gründen, der andere verblieb auf dem väterlichen Hof. 1831 wollte er sich zur Ruhe setzen, da brannte der Hof ab. Dem unermündlichen Fleiß der beiden Söhne gelang es, die Gebäude wieder aufzurichten. Die Übergabe an den Aeltesten, der auch Peter hieß, erfolgte 1836. Er bat das Gericht um 15 Sgr. dafür zahlen sollte, erwiderte er: "Wenn ich die Ausfertigung nicht ohne Stempel erhalten kann, so muß ich vorerst jeden Heiratsversuch aufgeben. Voriges Jahr war Mißernte, die wenigen Kartoffeln sind in dem strengen Winter erfroren, und ich weiß nich, woher ich soviel nehmen soll, die Meinigen zu erhalten." 1839 wurde ihm das Grundstück subhastiert. Da heiratete er eine Witwe, die einiges Vermögen besaß und kaufte das Besitztum zurück. 1853 verschrieb er es seinem gleichnamigen Sohn, der es 1902 veräußerte, worauf es parzelliert wurde. Der Abbau Brill, angeblich so genannt, weil dort ein Radziwill eine Brille (Försterei) schuf, um besser sehen zu können, was die Bölziger im Forst trieben, ist 1730 unter diesem Namen den Bauern Lüder und Hensel verliehen worden. Auf jeden entfliel etwas über 1 Hfe. 1783 verpachtete der Fiskus dem Lüder 9 Mgn. Waldland, Maurie benannt. Hernach ging dieses "Freigut" an Held über. Der sollte 1828 der Witwe Lüder für eine Parzelle die Zuschreibung erteilen. Aber vor Gericht erklärte er, daß er zu dumm dazu sei. Alle Vorstellungen und das speziellste Durchgehen der Akten mit ihm konnten ihn nicht umstimmen. Der Hof wechselte dann oft seinen Besitzer und ging in den siebziger Jahren an Trapp über. - Die andere Hälfte des Abbaus übergab die Witwe Hensel 1815 ihrem Schwiegersohn Scharmer, "weil er die Lasten des Krieges getragen, die ganze Familie ernährt und die Schulden des Nachlassers zum größten Teil bezahlt hatte." Dessen Sohn erwarb 1842 den Abbau Schwanenbruch. Die Siedlung südlich des Dorfes, bis 1872 zu Flötenstein gehörig, heißt Eßberg. Der Name soll von Espenberg entstanden sein, obwohl ein solcher erst 1 km weiter ab am Fließ Düstere Springe zu finden ist. Die dort befindlichen Wiesen wurden etwa 1840 durch Ablassung des großen Bölzigersees gewonnen. Erhalten ist noch der Kleinebölziger- oder Mariensee. Durch die Bahn (1904), die von Prechlau nach Flötenstein am Dorf vorbeiführende Chaussee (1905), die Postagentur (1908) und das Telefon (1912) ist die Weltabgeschiedenheit des Ortes beseitigt. Am Bahnhof sind 2 Schneidemühlen entstanden. Zwar vernichtete 1924 ein Brand 27 Gehöfte, doch sind an deren Stelle neue, massive Wohnstätten getreten. Die Aufhebung der Gutsbezirke führte 1927 zur Eingemeindung der Oberförsterei Bäreneiche, der Förstereien Röske und Schwanenbruch, sowie zur Angliederung des Gutes Hammer mit Hammermühl. Bäreneiche ist 1900 durch Abzweigung vom Belauf Eisenbrück entstanden. Es umfaßt 4953,43 ha. Oberförster: Schleyer. - Über die Gründung von Hammer ist nichts bekannt; doch sind 7 darauf bezügliche Privilegien aus poln. Zeit vorhanden, das älteste von 1590. Danach genehmigte der Starost Latalski den Verkauf der damals fiskalischen Mahl- und Schneidemühle, "am Fließensteiner Hammer" (Hammerfließ) an den Müller Mart. Hinz. Dieser zahlte 300 Tlr. und erhielt nebenbei das Recht der eigenen Bier- und Branntweinbereitung und der freien Fischerei im Zukow- und Pferdesee. Dazu erwarb er für 20 Tlr. den dortigen Krug mit 6 Morgen Krugland und sollte nach fünfjähriger Abgabenfreiheit dem Schloß die zweite Metze entrichten, und sonst von allen Pflichten und Bürden der Müller frei bleiben. 1633 wurde die von Grund auf neu erbaute Mühle dem in der Mühlenprofession bewanderten Adam Hinz (s. Pflastermühl) übereignet, ihm auch 1 Hfe. Land, freie Hütung in den umliegenden Wäldern, freies Lagerholz zum Brennen und Nutzholz zu Instandsetzungen der Mühle bewilligt. Dafür war er verpflichtet: Hunde zu halten, 1 Schwein zu mästen und jährlich 20 Gldn. zu zahlen. - Die Urkunde von 1643 enthält einen Vertrag der Mühle "mit der Partei der deutschen Brüder," doch ist mehr darüber nicht gesagt. Dagegen führt die Schrift von 1662 aus, wie dem Müller Jak. Hinz "in dieser unglückselgen Zeit" (Schwedenkrieg) die Mühle nicht allein von Grund aus ruiniert, sondern auch völlig in Asche gelegt worden. Um daher den Müller "auf einige Art zu unterhalten," verlieh ihm der König Joh. Kasim. ein Stück Heideland am Bölziger See. Ein späterer Besitzer, Ramlau, erhielt "auf seine untertänige Supplikation" dreimal nacheinander von der Starostin Anna Radziwill etwa 50 Mgn. Waldland zugewiesen. 1750 gab der König das Gut Hammer den Freischulzen des Bezirks zur gemeinsamen Benutzung. (s. vor. Nr.) Die Urkunde betont, daß die Hfn. zur Unterhaltung der Rekruten bestimmt und die Schulzen demnach verpflichtet wären, die tarifmäßige Abgabe unfehlbar zur Landesmilizkasse zu entrichten und die Quittungen darüber an das Schloß Schlochau abzuliefern, auch das Vorwerk in gutem Stand zu erhalten, damit die Revenüen nicht schwinden möchten. Zu Ausbesserungsbauten und zum Brennbedarf durften sie im Forst Holz vom Stamme fällen, doch nur gegen Anweisung des Schlosses. Über die Rückgabe des Vorwerks an den preuß. Staat herrscht Unklarheit. Die Schulzen gaben an, daß "diese Operation" mit einem von Marienwerder entsandten Kalkulator bewirkt wurde, die Regierung schrieb, daß das Vorwerk ohne weiteres dem preuß. Fiskus verfiel, die Ga. vermelden davon nichts, sondern nur, daß die Mahl- und Schneidemühle mit 3 Gärnerhöfen und dem Krug schon zur poln. Zeit Paul Ramlow überkommen habe. Von ihm kaufte sie 1786 der Baldenburger Bürgermeister Sorgatz. Ihm vererbpachtete die Kammer 1791 auch das Vorwerk. Es umfaßte 34 Hfn. 19 Mgn. kulm. oder 78 Hfn. 11 Mgn. magdeb. Sie wurden frei von Kontribution, Scharwerks- und Burgdiensten, ordinären Postfuhren und von Bezahlung des Horn-, Klauenschosses und des Bienenzinses vergeben. Der Erbpächter "sollte jährlich 210 Tlr. zahlen, 6 Gärnerfamilien jederzeit konservieren, 2 Familien, jede auf 1 Hfe. kulm., auf einige Kosten etablieren und die Gespanne bei den Reisen Sr. Majestät und Höchstdero Hauses prästieren." Es wurden ihm die Scharwerksdienste der Dörfer Flötenstein und Lanken gegen Erlegung von 42 Tlrn. 12 Gr. auf 3 Jahre bewilligt, "doch dürfen die Untertanen mit keinen mehreren Diensten belästigt werden, als wozu sie bisher verpflichtet gewesen." Gewährt war auch die freie Weide in den umliegenden Forsten und das Recht, für sich einen geringen Haustrunk zu brauen. Allein Sorgatz bewarb sich um den Konsens zur Anlage einer regelrechten Brauerei und Brennerei. 1793 konnte er diese Betriebe gegen einen Kanon von 70 Tlrn. eröffnen. Gleichzeitig wurde ihm der Getränkeverlag für die Krüge zu Bölzig, Eickfier, Eisenhammer, Lustingshof und Thielengut verliehen. 1796 verkaufte er den Besitz für 11000 Tlr. an Joach. Panzlaff (Plathe). Dessen Witwe ließ 1806 zwecks besserer Auseinandersetzung mit den Kindern das Gut versteigern. Den Zuschlag erhielt für 14800 Tlr. der Sohn, der bald ehelos verstarb. Wegen rückständiger Gefälle erfolgte 1826 ein gerichtlicher Zwangsverkauf, bei dem Joh. Friedr. Trabandt für 2000 Tlr. das Besitzrecht erwarb. Die Belieferung der gen. Krüge mit Getränken hörte 1831 auf; der Brau- und Brennbetrieb blieb bestehen. 1842 löste Trabandt die Erbpachtzahlung und den Mühlenzins durch Hinterlegung eines Kapitals von 4380 Tlrn. ab; Hammer wurde ein freies Rittergut. 1858 fand die Gemeinheitsteilung statt, wobei die ansässigen 6 Familien ihre Unabhängigkeit erhielten. In demselben Jahr starb Trabandt, der aus 2 Ehen 9 Kinder hinterließ. Die Witwe übergab 1863 ihrem ältesten, leiblichen Sohn Adolf. Der verkaufte die Schmachtbruchwiesen, die beiden Mühlen mit 236 Mgn. Acker, die Succowwiese und einen Plan von 915 Mgn. nebst den darauf stehenden Gebäuden. Der Rest wurde ihm 1871 subhastiert und von Franz Trabandt erstanden. Der veräußerte 263 ha an den Forstfiskus, die Witwe den Rest an den Hotelbesitzer Nitschke, von dem es Mecke und 1914 Voll erwarb. Eine Kirche hat am Ort nie bestanden; beide Konfessionen sind nach Flötenstein eingepfarrt. Die Schule entstand zu Friedr. des Großen Zeit in Hammer. Dort eröffnete sie der Deutschrusse Kaspar v. Zeddelmann, der eines Duells wegen aus seiner Heimat flüchten mußte. 1794 wurde diese Schule nach Bölzig verlegt, woraus sich die Ortschaften Eisenhammer und Pflastermühl (1817), Hammer (1901) und Neubraa (1904) davon trennten. Auf Zeddelmann folgte dessen Sohn, der bis 1853 im Dienst blieb. Amtsnachfolger wurden: Nöske, Orthmann, Harder, Raffel, Wolff, Hinz und Marquardt. 1876 erfolgte der Neubau des Schulhauses, 1878 die Einrichtung der II. und III. Schulklasse. Die Gemeinde zählt 800 Einw. auf einer Fläche von 1836,69 ha, die Oberf. abgerechnet.
23. September 1924. Brand des Dorfes Bölzig. ^nach oben ^ |
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