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Hans Heidehüter Eine Bärengeschichte Im Norden unsers Kreises liegt der Gutsbezirk Bäreneiche. Er verdankt seinen Namen folgender Tiergeschichte. Vor rund 150 Jahren trieb sich in dieser Gegend ein einzelner Bär herum. Seine Bärenverwandtschaft war schon früher getötet worden. Ein gewisser Sieg - Großvater der 86 jährigen Frau Funcke, welche diese Geschichte erzählt hat - fand die letzten jungen Bären. Unser Bär war ein sehr friedlicher Geselle. Er tat keinem Menschen etwas zu leide, und man hat auch nie gehört, daß er ein Tier getötet habe. Er nährte sich von Beeren, Eicheln, junger Saat und anderen Pflanzenstoffen. Ueber Winter hielt das Tier in einer hohlen Eiche seinen Winterschlaf. Um die Lebensgeschichte dieses Bären haben sich im Laufe der Zeit viele Erzählungen gesponnen. So soll er einmal einem kleinen Mädchen die Blaubeeren aus einem vollen Topfe, den dieses im Busche versteckt hatte, weggefressen haben. Das Kind lief schnell hinzu, schlug mit einem Knüppel auf den Kopf des Tieres und sagte: "Du, - du, - du! Für dich sind die Beeren nicht gepflückt!" Darauf brummte der Spitzbube "Bu, - bu, - bu" und trottete langsam seitwärts in die Büsche. Der Bär machte in Hafer- und Roggenfeldern, die er abfraß und zertrat, viel Schaden. Die Kinder aus Neubraa mußten damals nach Bölzig zur Schule gehen; sie trafen manchmal mit dem Bären zusammen. Die Eltern trauten dem Pelz nicht ganz und waren ihm deshalb nicht gerade freundlich gesinnt. Einmal trafen Leute das Tier in einer Laubwaldinsel an der Straße, die von Eisenbrück nach Bölzig führt. Es war auf eine Eiche geklettert und holte sich aus dem hohlen Baum Honig von wilden Bienen heraus. Man rief nun die Jäger zusammen, die den Bären vom Baume herunterschossen. So endete der letzte Bär, und sein Todesbaum hieß von nun an "Bäreneiche". Diesen Namen schrieb man auf eine Tafel, welche an den Stamm genagelt wurde. Aber die Eiche vertrocknete, und der Wind warf sie um. Dann schlug man die Tafel hier an einen eingegrabenen Pfahl, wo sie vor wenig Jahren noch vorhanden war. In neuerer Zeit wurde in dieser Gegend eine Oberförsterei erbaut, auf die nun der Name "Bäreneiche" übertragen worden ist.
Bäreneiche, 1996 ^do góry ^ |
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